Nicht umgesetzte Maßnahmen

Point Merge

Point Merge beschreibt die trichterförmige Zusammenführung von Anflügen in relativ großer Höhe. Die Idee hinter Point-Merge ist, dass Anflüge nicht wie üblich auf festen Routen, sondern aus vielen Richtungen kommend an einem Fixpunkt zusammengeführt werden. Das Resultat ist eine Verteilung und eine Reduktion des Lärms im Bereich der Gegenanflüge bzw. in den Eindrehbereichen.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) teilte der Fluglärmkommission am 21.06.2017 mit, dass das PMS aus Sicherheitsgründen in FRA keine Anwendung finden wird.

Die wesentlichen Gründe für die Nichtanwendung ergeben sich durch betrieblichen Einschränkungen. Diese liegen in der Luftraumstruktur sowie dem Zusammenspiel aus An- und Abflugstrecken. Die erwartete Lärmentlastung ebenso wie die Entlastung der Fluglotsen ist am Frankfurter Flughafen nicht gegeben. Der Lärm würde zusätzlich konzentriert und Anwohner im höchst- und hochbetroffenen Bereich stärker belastet. Zudem würde eine neue Lärmbetroffenheit geschaffen, da, je nach Verkehrsaufkommen, größere Kreisbögen geflogen werden müssten. Durch die Nähe zu anderen Flughäfen ist die Luftraum- und Sektorenstruktur außerdem nicht dafür ausgelegt.

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TaxiBot-Schlepper

Mithilfe elektrischer Antriebe sollen Rollbewegungen von Flugzeugen auf dem Flughafen mit laufenden Triebwerken soweit wie möglich reduziert werden oder zumindest nur im Leerlauf stattfinden. Hierfür können zum einen elektrisch angetriebene Flugzeugschlepper, die vom Cockpit des geschleppten Flugzeugs aus gesteuert werden, genutzt werden (TaxiBot). Zum anderen kann in die Räder im Hauptfahrwerk eines Flugzeugs ein Radnabenmotor als elektrischer Antrieb eingebaut werden (E-Taxi).

Da es im Probebetrieb zu starken Verzögerungen bei den Rollzeiten kam, ist der Einsatz der TaxiBots wirtschaftlich nicht sinnvoll. Daher ist derzeit kein weiterer Probebetrieb geplant.

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07 ultra-lang

Im Zuge der Überlegungen zur Lärmreduzierung in Frankfurt zu verringern, wurde eine Entlastung der Abflugstrecke 07 Nord lang diskutiert. Bei Ostbetrieb verkehren hier auch viele größere Maschinen. Die hierfür erdachte Alternativroute 07 Nord ultralang sollte weiter im Osten als die bisherigen Routen geführt werden.

Durch die sicherheitsbedingt niedrige Höhe der neuen Route wären neuerliche, großräumige Lärmbelastungen entstanden. Aus diesem Grund wurde die Weiterentwicklung der Strecke nicht länger verfolgt. Um dennoch Entlastungen für Anwohner im Bereich der Abflugstrecke 07 Nord lang wurden andere Maßnahmen umgesetzt. Diese können im Bereich Siedlungen umfliegen eingesehen werden.

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Modified Arrival Routes Stufe III

Die dritte Stufe der Modified Arrival Routes sah vor, die bisherige Umsetzung der angepassten Anflughöhe (MAR I) und die Verschiebung der Anflüge im Norden und im Süden Frankfurts (MAR II) um eine Anpassung des nördlichen Gegenanflugs bei Betriebsrichtung 07 (Ostbetrieb) zu erweitern. Es war vorgesehen, den Gegenanflug vom Norden der Stadt in den Süden der Stadt zu verlagern, was gleichzeitig eine vermehrte Nutzung des kontinuierlichen Steigfluges bewirken sollte.

Bereits im Jahr 2015 wurde die dritte Stufe durch das Expertengremium Aktiver Schallschutz (ExpASS) abgelehnt, da eine Verschiebung der Anflugroute zu weiteren, starken Belastungen im dicht besiedelten Stadtzentrum und Süden der Stadt geführt hätte.

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Im Rahmen der Aktiven Schallschutzes werden viele Möglichkeiten untersucht, die Lärmbelastung in der Region weiterhin zu senken. Hierfür werden unterschiedliche Verlagerungen, technische Verbesserungen und politische Rahmenbedigungen diskutiert und gegeneinader abgewogen, um am Ende die für alle Betroffenen beste Lösung zu finden. 

Deshalb finden sich auch immer wieder Maßnahmen in der Diskussion, die letzten Endes aus jeweils eigenen Gründen nicht in die Liste der umzusetzenden Maßnahmen aufgenommen werden. Nichtsdestotrotz finden Sie an dieser Stelle eine Übersicht über die abgelehnten Maßnahmen zusammen mit einer Erklärung, weshalb diese nicht am Frankfurter Flughafen in Frage kommen.