Informationen zu Abflugstrecken

Abflüge erfolgen auf den sogenannten Instrumenten-Abflugstrecken, die von der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH unter beratender Einbeziehung der Frankfurter Kommission zur Abwehr des Fluglärms (Fluglärmkommission) geplant werden.

Die Genehmigung erteilt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung. Wesentlich sind hierbei die Vorgaben Sicherheit, praktische Anwendbarkeit durch Piloten und Flugsicherung sowie Lärmminderung.

Lärmminderung beim Abflug

Um die Fluglärmbelastung zu vermindern, hat sich die Fluglärmkommission bislang stets für eine Bündelung des Luftverkehrs auf sogenannten Lärmminderungsstrecken („Minimum Noise Routes") ausgesprochen, deren Sollkurse auch als Ideallinien bezeichnet werden. Diese Strecken sind so gestaltet, dass der Idealkurs der Flugzeuge möglichst über unbewohntes Gebiet führt. Flugverläufe auch über Wohngebiete sind jedoch aufgrund der dichten Besiedlungsstruktur der Rhein-Main Region nicht immer vermeidbar.

Alle Abflugstrecken in FRA werden von der Deutschen Flugsicherungs GmbH (DFS) unter Berücksichtigung geltender Lärmminderungs-Vorgaben konstruiert. Bei der Erstellung wird die Fluglärmkommission beratend einbezogen.

Im Januar 2011 wurde ein verbessertes Abflugverfahren mit einem zusätzlichen Lärmminderungspotential implementiert. Das Verfahren sieht eine Begrenzung der Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt auf der Abflugstrecke vor, was dazu führt, dass der Schub durch die Triebwerke eher in Höhe als in Beschleunigung umgesetzt wird. Das Flugzeug steigt dadurch etwas steiler. So können betroffene Gebiete mit größerer Höhe überflogen werden. Diese Maßnahme hat gleichzeitig den Vorteil, dass die Abflugrouten genauer eingehalten werden können.

Auf folgenden Abflugstrecken wird seit Januar 2011 mit diesem Verfahren geflogen:

  • Routen SOBRA,TABUM und MASIR – sie führen bei Westbetriebsrichtung von der Startbahn 18 West in südwestlicher Richtung
  • 07-N (lang) – führt vom Parallelbahnsystem bei Ostbetriebsrichtung nach Norden

Alle geltenden An- und Abflugrouten können Sie in den Routenkarten für Westbetrieb und Ostbetrieb sowie in der FRA Map einsehen.

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Abweichungen von Abflugstrecken

Abflüge erfolgen auf sog. Instrumentenabflugstrecken, in Frankfurt auch lärmgeminderte Strecken genannt, die von der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH unter beratender Einbeziehung der Frankfurter Fluglärmkommission konstruiert und vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) festgelegt und veröffentlicht werden. Bei der Planung der Abflugstrecken werden im Wesentlichen die Aspekte Sicherheit, praktische Anwendbarkeit durch Piloten und Flugsicherung, Kapazitätserfordernis sowie Lärmminimierung beachtet. Bei Abflügen obliegt die Führung des Flugzeugs dem Luftfahrzeugführer /-in, der die Maschine unter Berücksichtigung von Luftverkehrsregularien und Flugstreckenbestimmungen lenkt.

Piloten /-innen handeln vorschriftsmäßig, auch wenn sie von der lärmgeminderten Strecken abweichen, solange sie ihr Flugzeug innerhalb des jeweiligen Streckenkorridors oder Toleranzgebiet um eine Strecke führen. Das Streckenkorridor wird gemäß internationalen Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation festgelegt. Bei nachweislich unbegründetem Verlassen des Korridors erwartet den verantwortlichen Flugzeugführer grundsätzlich ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, dessen Einleitung die DFS beim BAF beantragt.

Zu Abweichungen von der Lärmminderungsstrecke, auch außerhalb des sog. Streckenkorridors, kommt es in sicherheitsrelevante Lagen wie z. B. Gewitter. Abweichungen sind in solchen Fällen sicherheitsbedingt erforderlich und deshalb zulässig. Auch können Piloten /-innen ab einer bestimmten Flughöhe, gestaffelt je nach Tageszeit, auf Anfrage grundsätzlich Freigaben zum Verlassen des Sollkurses / Korridors bei der DFS anfragen. Voraussetzung dafür ist das Erreichen einer Mindestflughöhe von 6.000 Fuß NN (7-22 Uhr), 8.000 Fuß NN (22-23 Uhr und 6-7 Uhr) bzw. 10.000 Fuß NN (23-6 Uhr). 1 Fuß = 0,3048m; NN = Normalnull, Bezug auf Meereshöhe.

Diese Freigaben der DFS im Abflugbereich, auch Einzelfreigaben oder Directs genannt, sind auch zulässig und führen naturgemäß zu einer Streuung des Fluglärms, weil auch Gebiete überflogen werden, die nicht unterhalb einer Abflugstrecke liegen. Dies trägt einerseits zur Entlastung jener Anwohner bei, die im Flugerwartungsgebiet leben, belastet andererseits all diejenigen, die nicht im Bereich einer Streckenführung wohnhaft sind.

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