Arbeitsplätze

Mit über 81.000 Arbeitsplätzen ist der Flughafen Frankfurt die größte Arbeitsstätte Deutschlands und somit ein Beschäftigungsmotor für die Rhein-Main Region. Während 1980 noch 31.800 Arbeitsplätze gezählt wurden, sind es heute mehr als zweieinhalb Mal so viele.

Insgesamt verteilen sich die Arbeitsplätze am Flughafen Frankfurt auf rund 500 Unternehmen. Fast jeder zweite Arbeitsplatz (47 Prozent) gehört zur Deutschen Lufthansa AG, gut ein Viertel (26 Prozent) zur Fraport AG.

Die gesamte Region profitiert von den positiven wirtschaftlichen Effekten. Über die direkt vor Ort beschäftigten Menschen sichert der Flughafen Frankfurt viele weitere Arbeitsplätze. 

Beschäftigtenerhebung 2016
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flughafenbetriebs und der Bodenverkehrsdienste sind echte Multitalente. Sie kümmern sich um die Beförderung der Crews und der Passagiere vom und zum Flieger, sowie um die Abfertigung von Gepäck und Fluggästen. Auch das Betanken sowie das Be- und Entladen der Flugzeuge fällt in ihren Aufgabenbereich.
Am Flughafen Frankfurt, einem der größten Frachtflughäfen weltweit, sind die Speditionsunternehmen ein wichtiger Teil der Logistikkette. So sind die Spediteure für die Organisation und die Durchführung der Warenbeförderung vom und zum Flughafen zuständig. Nicht nur der Einkauf einzelner Beförderungsleistungen, auch die Organisation komplexer Dienstleistungspakete aus Transport, Umschlag, Lagerung und logistischen Zusatzleistungen ist Bestandteil des Geschäfts einer modernen Spedition. Auch das internationale Luftpostzentrum am Airport zählt zu dieser Branche.
Am Frankfurter Flughafen sind mehrere Behörden und Institutionen ansässig. Dazu zählen unter anderem die Polizeidirektion Frankfurt, die Bundespolizei, das Hauptzollamt und die Deutsche Flugsicherung (DFS). Die Beschäftigten dieser Einrichtungen sorgen mit ihren Kompetenzen und ihrem Know-how für Sicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und damit letztendlich für einen reibungslosen Flugverkehr.
Damit die Flughafengäste sicher und entspannt ihren Flug antreten können, gelten die hohen Sicherheitsstandards am Flughafen Frankfurt für Passagiere, Flughafenpersonal, Gepäck, Waren und Fracht gleichermaßen. Zur Einhaltung dieser Standards kümmern sich die Beschäftigten der Sicherheitsdienste um Zugangskontrollen, Gepäck- und Personenüberprüfungen, Verkehrsüberwachung und noch vieles mehr. Unterstützung erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einer Spürhunde-Staffel. Die tierischen Kollegen stellen sicher, dass kein Sprengstoff an Bord gelangen kann.
Die Beschäftigten im Frachthandling erledigen alle Prozesse rund um die Frachtabfertigung. Dazu gehören die Überprüfung der Fracht- und Zolldokumente, das Umladen der Fracht und der Umgang mit Gefahrgütern. Egal ob Ersatzteile für die Hochtechnologie, Smartphones, Medikamente und Pferde, aber auch frische Lebensmittel aus aller Welt – die Experten für Frachthandling bringen alle Güter sicher ans Ziel.
Externe Berater helfen Unternehmen dabei, Strategien zu entwickeln, mit denen die Betriebsabläufe optimiert und Probleme gelöst werden können. Sie empfehlen Lösungen und unterstützen das Unternehmen bei deren Umsetzung. Gerade der Flughafen Frankfurt mit seinen rund 300 Flugzielen in 100 Ländern weltweit ist als Sitz für diese Unternehmen und ihre Beschäftigten prädestiniert.
Um den Aufenthalt der Flughafenbesucher so kurzweilig wie möglich zu gestalten, gibt es in den Terminals des Airports sog. „Retailer“ (zu Deutsch: Einzelhändler). Die verschiedenen Shops sind so bunt und vielseitig wie die Angebotspalette. Diese reicht von Kleidung über Uhren und Schmuck bis hin zu Souvenirs. Die geschulten Angestellten dort sind nicht nur für die Bedienung oder den Verkauf zuständig, sie beraten die Kunden zudem kompetent und professionell.
Am Flughafen selbst gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten für die Fluggäste. In den ansässigen Hotels sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen komfortablen Aufenthalt, indem sie eine hohe Servicequalität anbieten und die Häuser instand halten. Mit dem Angebot von verschiedenen Snacks und Gerichten für die Flughafenbesucher übernehmen die Restaurants am Airport eine wichtige Funktion.
Luftverkehrsgesellschaften (auch: Fluggesellschaften) sind per Definition Unternehmen mit dem Geschäftszweck des erwerbsmäßigen Personen- oder Frachttransportes auf dem Luftweg. Vom Frankfurter Flughafen starten rund 100 Airlines zu knapp 250 Zielen in 100 Ländern. Etwa ein Fünftel dieser Fluggesellschaften sind reine Frachtairlines, d.h. sie transportieren ausschließlich Waren und Güter in ihren Flugzeugbäuchen. Je nachdem ob die Fluggesellschaft Fracht oder Passagiere transportiert, werden Flugzeugtypen in verschiedenen Größen und Baureihen eingesetzt.
Für die Verpflegung der Passagiere an Bord, aber auch der über 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Flughafen sind verschiedene Caterer zuständig. Die Zubereitung dieser täglich wechselnden Gerichte und Snacks in den Küchen und Kantinen ist eine logistische Meisterleistung – gilt es doch die Anforderungen an Lagerung und Verfallsdatum der Rohstoffe ebenso zu berücksichtigen wie die kulturellen und religiösen Ernährungsbesonderheiten.
Die Personaldienstleister kümmern sich um sämtliche Bereiche des Personalmanagements. In erster Linie werden ihre Leistungen angefragt, wenn es um die Rekrutierung von neuen Beschäftigten geht. Darunter fallen die klassischen Dienstleistungen wie die Überlassung von Arbeitnehmern, die Vermittlung von Fach- und Hilfskräften oder auch die Auslagerung von kompletten Arbeitsabläufen.
Die Mitarbeiter im Reinigungsbetrieb verantworten die Gebäudereinigung in den Terminals, den Parkhäusern und den Freiflächen. Auch besondere Reinigungsaufträge wie die Pflege der Fahrgastbrücken und der zahlreichen Monitore am Flughafen fallen in ihren täglichen Aufgabenbereich.

 

Viele Mosaiksteine: Nicht alle Jobs entstehen bei den großen Unternehmen

Beispiel 1: Zahnpflege mit Terminalanschluss

Der Frankfurter Flughafen wächst. Neue Arbeitsplätze werden dabei nicht immer nur im großen Maßstab geschaffen – das zeigt etwa das Beispiel der Zahnarztpraxis von Dr. Burkhard Mann. Seine zwei Brüder führen bereits in Mainz eine Zahnarztpraxis mit 40 Beschäftigten. „Dort sind wir voll ausgelastet. Deshalb expandieren wir ins Squaire“, erklärt Mann. Drei neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden zunächst in der Praxis arbeiten. „In ein paar Jahren rechnen wir dort aber mit 50 bis 60 Beschäftigten.“

Für die Zahnarztpraxis sind 527 Quadratmeter im Medical-Center des Squaire angemietet worden, was acht Behandlungszimmern entspricht. Mitte bis Ende Mai können dort die ersten Patientinnen und Patienten behandelt werden. „Wir wollen hauptsächlich für Menschen, die am Flughafen arbeiten und natürlich für Reisende da sein“, erklärt der Zahnarzt. Zudem wird es in der Praxis eine Ausstellungsfläche geben, auf der neuestes zahnarzttechnisches Gerät gezeigt wird. „Damit machen wir aktuelle technische Entwicklungen einer breiten Masse von Zahnärzten zugänglich. Außerdem werden wir Fortbildungsveranstaltungen anbieten. Unter anderem deshalb ist der Standort am Flughafen Frankfurt für unsere neue Praxis ideal, den erreichen viele Interessierte schnell und unkompliziert“, sagt Mann.

Zu den Patientinnen und Patienten des Zahnarztes könnten bald auch die knapp 5.000 Menschen gehören, die derzeit ihren Arbeitsplatz in „The Squaire “ haben – langfristig sollen es sogar 7.000 Beschäftigte sein. Damit trägt das längste Bauwerk Deutschlands maßgeblich zur positiven Arbeitsplatzentwicklung am Flughafen bei. Die Lage am Frankfurter Flughafen ist für viele Unternehmen attraktiv. Hauptmieterinnen sind zurzeit das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG, die Deutsche Lufthansa und die Hilton Gruppe, die mit zwei Hotels vertreten ist.

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Beispiel 2: Das Perishable Center

Deutschlands größter Frischfischhafen liegt in Frankfurt: Vom Lachs bis zum Hummer – rund 20.000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte schlagen die Kühlexperten des Perishable Center Frankfurt (PCF) jährlich um. Dazu kommen Südfrüchte, Fleisch, Blumen und Medikamente. „Hier gibt es die maximale Frische“, erzählt Geschäftsführer Christoph Herchenhein, „und zwar jährlich rund 110.000 Tonnen“.

Sonntags ist im PCF Großeinsatz angesagt. „Dann kommen die Waren an, die nach dem Wochenende frisch in den Regalen der Supermärkte stehen sollen. Auch montags und dienstags fertigen wir große Mengen ab, die von Frankfurt aus teilweise bis in das europäische Ausland verladen werden“, sagt Herchenhein. Bis dahin haben die Produkte in der Regel eine große Distanz hinter sich: Mangos aus Südamerika, Rosen aus Kenia und Steaks aus Australien reisen in Frachtmaschinen oder in speziellen Frachträumen von Passagiermaschinen nach Frankfurt – und von dort aus oft weiter in die ganze Welt. Im Optimalfall liegen dabei in Frankfurt nur wenige hundert Meter zwischen Flugzeug, Umschlagplatz und Lastwagen. Direkt neben dem PCF sind mehrere Parkpositionen für Flugzeuge eingerichtet. Von dort nimmt die verderbliche Ware den schnellsten Weg auf dessen 9.000 Quadratmeter großes Areal – oder umgekehrt. Rund 120 Mitarbeiter verladen die Ware dann entweder direkt auf Lastwagen, packen die verderblichen Güter in einzelnen Sendungen zusammen oder stellen sie für eine Zwischenlagerung bereit – in einer der 20 verschiedenen Kühlzonen zwischen minus 24 und plus 24 Grad Celsius.

Einfuhr- und Qualitätskontrollen unter einem Dach

„Unser Ziel ist, dass die Ware unser Lager schnellstmöglich wieder verlassen kann, weil die Lagerzeit die Kosten in die Höhe treibt“, sagt Herchenhein. Damit das möglichst reibungslos klappt, bietet das Zentrum verschiedene Abfertigungsservices an. Dazu gehört zum Beispiel die Einfuhrabwicklung durch den Zoll. Aber auch für die behördlichen Kontrollen müssen keine weiteren Fachleute ins PCF kommen – denn Veterinäramt, Pflanzenschutzdienst und Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung beschäftigen Kontrolleure im gleichen Gebäude und können die Waren direkt vor Ort überprüfen. „Dabei geht es beispielsweise darum, dass über Pflanzen keine Krankheitserreger eingeschleppt werden“, sagt Geschäftsführer Herchenhein. Werden die Prüfer(innen) fündig, muss schlimmstenfalls die ganze Lieferung vernichtet werden.

Außerdem sehen sich die Expert(inn)en des PCF als der verlängerte Arm der Importeure. „Deren Kunden sehen die Ware ja erst, wenn sie bei ihnen ankommt“, erklärt Herchenhein. „Wir sprechen daher bei bestimmten Produkten Empfehlungen darüber aus, ob sie schon lieferbar sind. Zum Beispiel ob die Flugmangos schon reif genug sind oder besser noch einige Tage bei uns liegen sollten.“

Anteil der Medikamente steigt

Derzeit machen Lebensmittel und Blumen im PCF etwa 75 Prozent der Ware aus. Aber: „Pharmazeutika nehmen einen immer größeren Anteil ein, weil sie inzwischen in vielen verschiedenen Ländern hergestellt werden“, sagt Herchenhein. „Deren Abwicklung unter kontrollierten Temperaturen erfolgt nach sensiblen Regeln, beispielsweise unter den EU-Richtlinien der ‚Good Manufacturing Practice’, die wir zur Qualitätssicherung von Arzneimitteln einhalten müssen“, erklärt Herchenhein. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eigens für diese Arbeit ausgebildet und kümmern sich um die speziellen Wareneingangskontrollen an den selbstkühlenden Containern, in denen Pharmazeutika in der Regel transportiert werden. Dazu gehört etwa, dass sie den Ladezustand der Batterien für die Kühlung überprüfen und – wenn nötig – Trockeneis nachfüllen.

Mehr als 250 Kontrollsensoren prüfen zusätzlich die Umgebungstemperatur der selbstkühlenden Container. Allerdings bleiben die meisten Waren nur kurz im PCF: Nach durchschnittlich vier bis acht Stunden gehen Pharmazeutika, Lebensmittel und Blumen auf die Weiterreise per Flugzeug oder Lastwagen – in Spitzenzeiten sind das täglich bis zu 500 Tonnen.

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