Was ist LNAS?

Mit dem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelten Pilotenassistenzsystem "Low Noise Augmentation System" (LNAS) kann der Lärm im Anflug weiter reduziert werden.

Ziel des Assistenzsystems ist es, die Zeitpunkte zum Ausfahren der Klappen und des Fahrwerks so zu wählen, dass ein möglichst großer Teil der Landephase im besonders leisen und treibstoffsparenden Leerlauf stattfinden kann. LNAS zeigt den Piloten über ein Display im Cockpit an, wie ein möglichst lärm- und kerosinarmer, konstanter Sinkflug im Einklang mit den Vorgaben der Anfluglotsen gestaltet werden kann, ohne unnötiges oder zu frühes Klappen- und Schubsetzen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erprobt in Kooperation mit der Deutschen Lufthansa, dem Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) in Kelsterbach und der Fraport AG das Pilotenassistenzsystems LNAS im täglichen Flugbetrieb. Nach DLR-Angaben rüstet die Deutsche Lufthansa für die Langzeiterprobung bis zu 86 Flugzeuge der A320-Familie mit dem Assistenzsystem aus. Sobald alle Rahmenbedingungen erfüllt sind, soll die Erprobung auf alle A320-Piloten der Lufthansa ausgeweitet werden.

Die ersten Testflüge werden voraussichtlich noch im Laufe des Jahres 2019 erfolgen.

Das DLR hatte das von ihr entwickelte System bereits Ende 2016 selbst am Flughafen Frankfurt getestet. Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus, das das Projekt mit insgesamt 560.000 Euro fördert, präsentierte im November 2016 bei der ICANA Konferenz zum Thema Schallschutz erste Ergebnisse. Es zeigte sich, dass am Flughafen Frankfurt bei Volllastbetrieb die Anflüge um bis zu über 1 dB(A) im Maximalpegel leiser werden. Gegenüber einem Anflug ohne LNAS sinkt gleichzeitig der Kerosinverbrauch auf den letzten 25 Meilen je nach Landeanflug um 10%, unter günstigen Bedingungen sogar bis 20%. Damit einher geht auch eine Reduktion des CO2-Ausstoßes.