Was ist GBAS?

Ground Based Augmentation System

GBAS: präziser anfliegen, steiler landen, dicht besiedelte Gebiete umfliegen

GBAS ist eine Präzisionsanflughilfe, unterstützt durch GPS-Satelliten und eine Bodenstation. Die Kosten für den Aufbau und die Nutzung der Bodenstation belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro, die Ausrüstung der Flugzeuge erfordert ebenfalls Investitionen in Millionenhöhe.

Die Voraussetzung für die Anwendung der neuen Technologie ist, neben der seit 2014 bestehenden Bodenstation, eine entsprechende Ausrüstung der Flugzeuge und die Lizensierung der Piloten zur Nutzung von GBAS. Dadurch können Präzisionslandeanflüge durchgeführt werden, ohne dass ein Instrumentenlandesystem (ILS) benötigt wird. Auch kann die Flugspurentreue im Anflugbereich insgesamt erhöht werden.

Grundsätzlich verfügen alle Flugzeuge des Typs A380, B787, Boeing 747-8 und 737 bereits über die Voraussetzungen, das GBAS-System zu nutzen. Noch nicht alle Fluggesellschaften verfügen aber über die für dieses Verfahren notwendige und teure Ausstattung an Bord.

Der Flughafen Frankfurt ist der erste Hubflughafen weltweit, der dieses moderne satellitengestützten Präzisionsanflugsystem GBAS für die Anwendung von Anflügen mit erhöhtem Gleitwinkel von 3,2 Grad einsetzt.

Die Anhebung des Gleitwinkels im Endanflug ist eine wirksame aktive Schallschutzmaßnahme, mit der eine Lärmreduktion im lärmintensivsten Bereich des Anfluges erzielt werden kann.

Zum 30.03.2017 wurde die angehobene Landung mit erhöhtem Gleitwinkel von 3,2 Grad auch auf der Süd- und Centerbahn eingeführt. Davon werden Raunheim, Rüsselsheim, Bischofsheim und Mainz–Süd sowie Offenbach und Neu-Isenburg profitieren.

Bisher waren Anflüge mit angehobenem Gleitwinkel ausschließlich auf der Landebahn Nordwest möglich.

GBAS ermöglicht grundsätzlich Anflüge mit einem noch steileren Anflugwinkel als 3,2 Grad. Außerdem bietet GBAS die Möglichkeit, satellitengestützt gekurvte, segmentierte Anflugverfahren zu nutzen, um dicht besiedelte Gebiete zu umfliegen. Diese Möglichkeit wurde am Flughafen Frankfurt erstmalig vom 26. Mai bis 31. August 2016 im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts Single European Sky Air Traffic Management Research (SESAR) getestet.