FAQ

Wozu dient das SMS?

In der Luftfahrt nimmt die Sicherheit seit jeher einen besonders hohen Stellenwert ein – dies gilt insbesondere auch für Flughäfen. Vor dem Hintergrund weiter deutlich steigender Verkehrszahlen im Luftverkehr lässt sich der derzeitige anerkannt hohe Sicherheitsstandard auf einer Verkehrsdrehscheibe wie dem Verkehrsflughafen Frankfurt/Main nur durch eine kontinuierliche Verringerung der Anzahl sicherheitsrelevanter Vorkommnisse aufrecht erhalten.

Dabei gewinnt zunehmend der proaktive Umgang mit dem Thema Sicherheit an Bedeutung, d.h. potentielle Gefahrensituationen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und dadurch konsequent zur Vermeidung von Vorfällen und Unfällen beizutragen. Dies kann nur unter Einbindung aller an einem Flughafen tätigen Unternehmen, Organisationen und Personen gelingen.

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Welche Bedeutung hat SMS für mich persönlich?

SMS betrifft alle Beschäftigten am Verkehrsflughafen Frankfurt/Main. Aufgrund der Komplexität der betrieblichen Vorgänge im Bereich der Flugbetriebsflächen sind eine Vielzahl verschiedener Unternehmen und Organisationen mit der Abwicklung des Flugbetriebes betraut. Dies macht eine unternehmensübergreifende Verpflichtung zur Beteiligung am Sicherheitsmanagement-System der Fraport AG unabdingbar.

Dabei bildet die Erkenntnis, dass alle Personen für ein höchstmögliches Sicherheitsniveau an unserem Flughafen Mitverantwortung tragen, die Grundlage zur Förderung einer unternehmensweiten Sicherheitskultur – dies gilt sowohl im Innenverhältnis der Fraport AG als auch in der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Nur wenn dieses Sicherheitsbewusstsein bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ausgeprägt ist und im Alltag danach "gelebt" wird, kann es zu den angestrebten nachhaltigen Verbesserungen im Bereich der flugbetrieblichen Sicherheit kommen.

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Gibt es Beispiele für sicherheitsrelevante Ereignisse?

Die nachstehend aufgeführten Vorfälle sind typische Beispiele für Unfälle, erkannte Sicherheitsdefizite oder Gefahrenpotenziale, welche die flugbetriebliche Sicherheit beeinträchtigen könnten. Die Liste ist jedoch nicht erschöpfend und dient nur zum besseren Verständnis von SMS-relevanten Vorfällen.

  • Nicht erlaubtes Betreten oder Befahren des Start- und Landebahnsystems ("Runways Incursion")
  • Rollbehinderungen von Luftfahrzeugen (Missachtung der Vorfahrtsregeln)
  • Beschädigung von Luftfahrzeugen
  • Verkehrsbehindernde Zustände (zum Beispiel Abstellen von Fahrzeugen und Geräten im Bereich der Sperrflächen)
  • Foreign Object Debris (FOD)
  • Einrollfehler
  • Vogelschlag
  • Notlandung
  • Brand eines Luftfahrzeuges
  • Ölverschmutzung
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Was geschieht mit den Sicherheitsmeldungen?

Nach Eingang einer Sicherheitsmeldung beziehungsweise eines Sicherheitshinweises beim SMS wird diese/dieser erfasst und bearbeitet. Ein wesentlicher Bestandteil der Bearbeitung ist die qualitative Einordnung als SMS-Ereignis und eine gründliche Untersuchung des Ereignisses.
In Fällen, bei denen sich Erkenntnisse und/oder Hinweise für einen Handlungsbedarf ableiten lassen, können Empfehlungen des SMS ganz allgemein oder an die Prozessbeteiligten herausgegeben werden. Die Umsetzung von Sicherheitsempfehlungen und die Wirksamkeit getroffener Abhilfemaßnahmen werden nachverfolgt. Der oder die Meldende erhält üblicherweise eine Rückmeldung zur Bearbeitung der Meldung.

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Was kann mein Beitrag zum SMS sein?

Jeder ist für die Sicherheit an unserem Flughafen mitverantwortlich!

SMS bietet allen Flughafenbeschäftigten die Möglichkeit, Unfälle, sicherheitsrelevante Vorfälle,Gefahrenpotenziale und
sicherheitsrelevante Ideen zu melden. Durch diese Sicherheitsmeldungen können bestehende Sicherheitsprobleme und Gefahren rechtzeitig erkannt und deren potentielle Auswirkungen (finanziell und betrieblich) minimiert werden. Eine der größten Gefahren für die Sicherheit am Flughafen besteht darin, dass sich unsichere Situationen ergeben oder Vorkommnisse – weil sie nicht gemeldet wurden – unbemerkt bleiben und sich gegebenenfalls solange wiederholen, bis sie in einem Unfall mit finanziell und betrieblich möglicherweise gravierenden Auswirkungen münden. Teilen Sie uns Ihre Beobachtungen und Erkenntnisse mit! Gehen Sie nicht davon aus, dass jemand anderes dies bereits getan hat!

Halten Sie die Augen offen! Durch umsichtiges Handeln bei der täglichen Arbeit kann jeder einen Beitrag leisten, Risiken für seine Person und andere zu minimieren. Gehen Sie zum Beispiel nicht an einem herumliegenden Gegenstand – auch FOD (Foreign Object Debris) genannt – vorbei, sondern heben Sie diesen auf und entsorgen ihn. Jedes Beseitigen eines FOD kann einen Unfall verhindern.

 

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Wie grenzt sich SMS vom Arbeitsschutz ab?

Das SMS erfasst vor allem jene Gefahren und Prozesse, die durch Verfahren, menschliche sowie technische Faktoren entstehen und sich in der Folge möglicherweise negativ auf die betriebliche Sicherheit des Luftverkehrs am Verkehrsflughafen Frankfurt/Main auswirken können.
Demgegenüber zielt der Arbeitsschutz auf die Vermeidung bzw. Minimierung von Gefahren, die durch den Betrieb von Luftfahrzeugen, Anlagen oder Geräten entstehen und unmittelbar auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens einwirken könnten. So gehören zu den Aufgaben der Arbeitssicherheit vor allem die Verhütung von Arbeitsunfällen, die Vermeidung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren und die ergonomische und menschengerechte Gestaltung der Arbeit. Hierbei werden alle Arbeitsbereiche des Flughafens berücksichtigt.

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Wie grenzt sich SMS von Security ab?

Die deutsche Bezeichnung „Sicherheit“ hat im Luftverkehr eine doppelte Bedeutung. In der englischen Sprache stellt sich die erforderliche Differenzierung wesentlich einfacher dar, da hier zwischen den beiden Begriffen „Safety“ und „Security“ unterschieden wird.

Der Begriff „Safety“ zielt auf die betriebliche Sicherheit ab, während der Begriff „Security“ im Zusammenhang mit der Abwehr von äußeren, vorsätzlichen (z.B. terroristischen) und nicht betriebsbedingten Gefahren benutzt wird. In der deutschen Sprache wird für den Begriff Safety sehr häufig die Bezeichnung „Luftverkehrssicherheit“ und für den Begriff Security die Bezeichnung „Luftsicherheit“ verwandt.

SMS bezieht sich stets ausschließlich auf die Thematik der flugbetrieblichen Sicherheit des Verkehrsflughafens Frankfurt/Main in Sinne von „Safety“.

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Welche Bestandteile beinhaltet das SMS?

Das SMS stützt sich im Wesentlichen auf fünf Säulen:

Prozesswesen
Das Prozesswesen identifiziert und dokumentiert alle sicherheitsrelevanten luftseitigen Arbeitsprozesse am Frankfurter Flughafen. Es untersucht die Prozesse systematisch auf eventuelle Schwachstellen, gibt Handlungsempfehlungen und unterstützt bei deren Umsetzung.

Berichtswesen
Risiken und Gefahrenpotentiale können über das Berichtswesen erkannt und ihnen rechtzeitig entgegengewirkt werden. Die Flughafenbeschäftigten haben hierfür die Möglichkeit, bei sicherheitsrelevanten Vorkommnissen oder erkannten Sicherheitsdefiziten, eine Sicherheitsmeldung abzugeben.

Änderungsmanagement
Änderungen in Prozesse, Verfahren und Diensten oder der Infrastruktur des Flughafens, können immer auch neue Gefährdungen oder Änderungen des Risikopotenziales für die betriebliche Sicherheit nach sich ziehen. Mit dem Änderungsmanagement werden sicherheitsrelevante Veränderungen im Vorfeld erkannt und beurteilt.

Risikowesen
Das Risikowesen beschäftigt sich mit der Gefahrenidentifikation sowie der Risikobewertung bei eingehenden Meldungen oder Sicherheitshinweisen anhand einer Risikomatrix.

Audits
Im Rahmen von Audits und Inspektionen wird die Einhaltung von Vorgaben, Richtlinien und Prozessen überprüft, um Stärken, Schwächen oder Risiken innerhalb eines Systems zu identifizieren.
 

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Wie ist das SMS bei Fraport organisiert?

Safety Service Office (SSO)
Das Sicherheitsmanagement-System der Fraport AG wird durch den Safety Manager und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – dem Safety Services Office (SSO) – betrieben.
Es berät und unterstützt die Unternehmensleitung sowie alle Bereiche, Prozessverantwortlichen und Prozesseigner in allen Belangen der betrieblichen Sicherheit. In Schulungen, Programmen und Audits werden alle Beschäftigten im Flughafenbetrieb zum Thema Sicherheit ausgebildet und sensibilisiert. Zudem koordiniert das SSO die Notfallplanung am Flughafen. Extern vertritt das SSO die Fraport AG zu Sicherheits-Themen in nationalen und internationalen Gremien und Verbänden.

Organe des Sicherheitsmanagementsystems
Safety Review Board (SRB)
Das SRB setzt sich zusammen aus dem Accountable Manager, den Leitern der Geschäftsbereiche BVD und FTU, dem Leiter Unternehmenssicherheit sowie Sachkundigen, Nominierten und geladenen Personen. Das SRB berät den Accountable Manager bei Änderungen und Neueinführungen und überwacht sicherheitsrelevante Aspekte von Verfahren, Techniken und Organisationen. Neben der Überwachung der Effektivität des SMS, werden durch das SRB auch die (personellen) Ressourcen gewährleistet. Das Safety Review Board kann bei Bedarf Safety Action Groups einberufen und deren Aufgaben definieren.

Safety Action Groups (SAG)
Eine SAG besteht Führungskräften oder Fachexperten der jeweils Prozess(mit-)verantwortlichen Bereiche. Sie werden durch das SRB eingerichtet und bleiben bis zur Beendigung der erteilten Aufgabe bestehen. Eine Safety Action Group prüft und analysiert Probelstellungen, identifiziert geeignete Maßnahmen und stellt die Umsetzung der daraufhin im SRB beschlossenen Maßnahmen sicher.

Safety Committees
Die Safety Committees unterstützen das SMS mit ihrer Expertise und in der Organisation, Koordination und Einführung von Programmen zur Förderung der betrieblichen Sicherheit. Die Komitees sind unabhängig, unterliegen in der inhaltlichen Bearbeitung der Aufgaben keinen Weisungen Dritter und beschäftigen sich nicht mit der Klärung von Schuldfragen.


Runway Safety Team (RST)
Das Runway Safety Team setzt sich aus Vertretern der Fraport AG sowie der Deutschen Flugsicherung (DFS) zusammen. Die Federführung liegt bei der DFS. Das Team sammelt, betrachtet und analysiert fortwährend alle sicherheitsrelevanten Ereignisse und Situationen am Flughafen, sofern sie die „Runway Safety“ betreffen (also insbesondere die Start- und Landebahnen).

Ramp Safety Committee (RSC)
Das Ramp Safety Committee setzt sich aus dem Safety Manager, dem Safety Service Office, einem Vertreter des Operations Managers sowie notwendige Beteiligter zusammen. Es sammelt, betrachtet und analysiert laufend sicherheitsrelevante Situationen und Ereignisse auf dem Vorfeld. Die betriebliche Sicherheit im Vorfeldbereich wird bewertet, Maßnahmen diskutiert und Sicherheitsempfehlungen zur Vermeidung zukünftiger Störungen und Unfällen herausgegeben.

Construction and Obstacle Routine (COR)
In der „Routinebesprechung Flugbetrieb“ werden sicherheitsrelevante Themen, die die Infrastruktur und Hindernisse betreffen, behandelt. Vertreter der Bereiche Luftseitige Infrastruktur, Flugbetrieb, Duty Management und des SSO bewerten hier Baumaßnahmen, mögliche und bestehende Gefährdungen und besprechen mögliche Maßnahmen.

FRA Wildlife Control Committee (WCC)
Sofern Themen der Tierwelt- und Umweltgefahren die betriebliche Sicherheit betreffen, werden sie im FRA Wildlife Control Committees (WCC) behandelt. Der Teilnehmerkreis des Committees umfasst:

  • Wildlife Control Team (Vertreter der Bereiche Forst, Biotop und der Vogelschlag-Beauftragen)
  • Fraport Duty Management, Flugbetrieb, Safety Manager, Feuerwehr, Gärtnerei
  • Deutscher Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr
  • Deutsche Flugsicherung
  • Luftaufsichtsbehörde (HMWEVL)
  • Untere Naturschutzbehörde Frankfurt
  • Deutsche Lufthansa
  • Bundespolizei
  • Polizeidirektion Flughafen

Das Committee bespricht Vogelschlagdaten und Beobachtungen, wertet Wildtier-Gefahren aus, erkennt und bewertet Trends und bestimmt Gegenmaßnahmen. Da das Wildtier-Gefahrenmanagement auf einem Flughafen sehr komplexe Habitat-Bewirtschaftungen und Strategien gegen geschützte oder seltene Arten umfasst, sind in der Kommunikation, Kooperation und Koordination die verschiedensten Interessenvertretungen berücksichtigt.

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Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten für die SMS Schulung belaufen sich auf 13,- Euro für rote und gelbe Flughafenausweise. Dieser Preis gilt für alle externen Ausweisinhaber. Die Preisanhebung für Ausweise von Fraport-Konzern-Mitarbeitenden wird über die ILV abgerechnet.

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