Stakeholder-Dialog

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Stakeholder-Dialog

Flughäfen sind von großem Interesse für die Öffentlichkeit. Sie geben regelmäßig Anlass für gesellschaftspolitische Debatten; dies gilt natürlich besonders für den Flughafen Frankfurt, eines der größten Drehkreuze Europas. Die Fraport AG als Betreiberin bewegt sich im Spannungsfeld sehr unterschiedlicher Ansprüche.

So stehen für einige unserer Stakeholder globale Herausforderungen wie der Klimawandel im Vordergrund, für viele Menschen im Flughafenumfeld ist der Fluglärm das wichtigste Thema. Andere Anspruchsgruppen beschäftigen Fragen nach der finanziellen Wertschöpfung des Konzerns und seiner Wettbewerbsfähigkeit sowie dem Erhalt und Aufbau sicherer und attraktiver Arbeitsplätze.

Die an uns herangetragenen Anliegen sind äußerst vielfältig und manchmal sogar unvereinbar. Wir sind davon überzeugt, dass der Informationsaustausch zum gegenseitigen Verständnis und zur Erarbeitung von Lösungen, die breite Akzeptanz finden, beiträgt.

Mit seinen Stakeholder-Dialog-Aktivitäten richtet sich Fraport gezielt an alle wesentlichen Anspruchsgruppen des Unternehmens (s. Grafik). Besondere Beachtung gilt den von Fluglärm betroffenen Nachbarn an unseren Standorten und den mehr als 80.000 Beschäftigten (Stand 2014) am Flughafen Frankfurt, als größte Arbeitsstätte Deutschlands. Intensive Kontakte pflegt der Fraport-Konzern auch zu seinen Hauptkunden, den Fluggesellschaften.

Dialog verstehen wir als wichtiges Instrument, mit dem wir Anregungen für die strategische Ausrichtung des Unternehmens und Hinweise für das Risikomanagement gewinnen. Als „lernende Organisation“ orientieren wir uns außerdem an den Fortschritten in Wissenschaft und Technik.

Regionaler Dialog

Trotz des höheren Verkehrsaufkommens am Flughafen Frankfurt setzen wir alles daran, die damit verbundenen Belastungen für Menschen und Umwelt zu begrenzen. Vor Beginn des Flughafen-Ausbaus wurde durch das Planfeststellungsverfahren (PFV), ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren, unter anderem auch die Umweltverträglichkeit untersucht. Die Ergebnisse dieses Verfahrens finden sich im Planfeststellungsbeschluss wieder, der am 18. Dezember 2007 durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung erteilt wurde.

Der Erweiterung um die neue Landebahn ging ein Mediationsverfahren voraus, das die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit und Zumutbarkeit der zukünftigen Entwicklung des Flughafens Frankfurt begleitete.

Ergebnisse des Mediationsverfahrens

Um die von Anwohnern, Kommunen und anderen Organisationen geäußerte Kritik am Flughafen-Ausbau aufzunehmen und in die Planungen einzubeziehen, wurde 2008 das Forum Flughafen und Region von der Hessischen Landesregierung und den Luftverkehrsakteuren Fraport, Deutsche Lufthansa, Deutsche Flugsicherung und BARIG, der deutschen Interessenvertretung von Fluggesellschaften, gegründet. Das Forum bündelt den Dialog über die Entwicklung des Frankfurter Flughafens und die Zusammenarbeit in der Region. Schwerpunkte des Forums sind der inhaltliche Austausch mit der Bevölkerung, ein Lärmmonitoring sowie die Entwicklung von Schallschutzmaßnahmen.

Seit Juli 2009 betreibt die vom Land Hessen gegründete Gemeinnützige Umwelthaus GmbH das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH), das neue Maßstäbe für Transparenz und Information setzt. Das UNH erhebt für sich den Anspruch, transparent und vor allem neutral zu informieren. Sein wichtigstes Ziel ist, die Kommunikation und die Kooperation zwischen dem Flughafen Frankfurt, seinen Nutzern und den Anwohnern kontinuierlich zu verbessern. Darüber hinaus hat das UNH die Aufgabe, die verschiedenen Monitorings – Fluglärm-, Sozial- und Umweltmonitoring – zusammenzuführen und fachlich neutral aufzuarbeiten.

 

Internationale Kommunikation

Auch an unseren anderen internationalen Standorten pflegen wir den Dialog mit den Regionen. Der Jorge Chavez International Airport Lima  gilt beispielsweise als Vorzeigeflughafen in Südamerika. Nicht zuletzt durch das rasche Wachstum tragen wir hier über unsere Tochtergesellschaft Lima Airport Partners (LAP) eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, die über eine Stärkung der regionalen Wirtschaft und den Umweltschutz hinausgeht. Dazu gehören auch zunehmend eine Auseinandersetzung mit den sozialen Belangen der benachbarten Bevölkerung sowie eine gezielte Förderung sinnvoller Projekte.