Mediation

Die Mediation für den Kapazitätsausbau des Flughafens Frankfurt wurde 1998 von der Hessischen Landesregierung ins Leben gerufen und sollte klären, „unter welchen Bedingungen der Frankfurter Flughafen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Arbeitsplätze und Strukturelemente der Rhein-Main-Region dauerhaft sichern und verbessern kann, ohne dabei die ökologischen Belastungen für die Siedlungsregion außer Acht zu lassen“.

Zu den 21 Personen der Mediationsgruppe gehörten Vertreterinnen und Vertreter der umliegenden Kommunen, die Bürgerinitiative „Offenbacher Fluglärmvereinigung", die zuständigen Ministerien auf Bundes- und Landesebene sowie Unternehmerverbände und Gewerkschaften. Auch die Fraport AG, die Deutsche Lufthansa AG, die Deutsche Flugsicherung GmbH und BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) waren vertreten.

Umfassender Mediationsbericht

Der Mediationsbericht dokumentierte anhand von Zahlen, Daten und Fakten die von uns dargelegte Notwendigkeit der Kapazitätserweiterung sowie die ökonomische Wirkung des Flughafens auf das Umland. Kern des Abschlussberichts der Mediatoren war ein Gesamtpaket an Empfehlungen und Vorschlägen, das fünf Komponenten umfasste:

  • Optimierung des vorhandenen Systems (durch neue Technik, Kooperationen mit anderen Flughäfen, Verlagerung von Flügen auf die Schiene)
  • Kapazitätserweiterung durch Ausbau (wozu Empfehlungen zu drei Ausbauvarianten abgegeben wurden: Landebahn Nordost, Landebahn Nordwest, Start- und Landebahn Süd)
  • Nachtflugverbot zwischen 23.00 - 05.00 Uhr
  • Anti-Lärm-Pakt (verbindliches Programm zur Lärmminderung durch Kontingentierung von Fluglärm, neue Entgelt- und Gebührenordnung, neue Flugrouten, Passiver Schallschutz, Immobilienmanagement für betroffene Anwohner, Lärmmessprogramme und Selbstverpflichtung zur Lärmminderung)
  • Regionales Dialogforum (Einrichtung eines regionalen Forums, das den mit der Mediation begonnenen Dialog fortführen und intensivieren sollte)

Wir haben uns an die Empfehlungen der Mediationsgruppe gehalten und das Nachtflugverbot in der Zeit von 23 bis 5 Uhr morgens im Planfeststellungsverfahren beantragt. Aber auch den Betrieb auf dem vorhandenen Bahnensystem optimiert, die Kapazität ausgebaut, kontinuierlich an der Lärmminderung gearbeitet und aktiv im Regionalen Dialogforum mitgewirkt.