Landebahn Nordwest

Zahlen & Fakten

  • Die neue Landebahn hat eine Länge von 2.800 Metern und verläuft parallel zu den bestehenden Start- und Landebahnen. Der Achsenabstand zur Nordbahn beträgt ca. 1.400 m. Dadurch ist es möglich - im Gegensatz zum bestehenden Parallelbahnsystem mit seinen engeren Abständen - unabhängige parallele Anflüge auf der neuen Landebahn Nordwest und auf der bestehenden Südbahn durchzuführen.
  • Seitlich zur neuen Landebahn gibt es im Abstand von 200 Metern eine Parallelrollbahn. Landebahn und Parallelrollbahn werden durch sechs Schnellabrollwege und je einen Abrollweg am östlichen und westlichen Ende der Landebahn miteinander verbunden.
  • Zwei Rollwege über die ICE-Trasse, die Autobahn A3 und den Airport-Ring stellen den Anschluss an die bestehenden Flugbetriebsflächen des Flughafens her. Diese beiden Rollwege bestehen aus fünf einzelnen Brückenbauwerken: Die beiden größten und anspruchsvollsten sind die Rollbrücken Ost 1 und West 1. Über beide Brücken überqueren die Flugzeuge die Autobahn A3 und die ICE-Strecke. Hinzu kommen die Brückenbauwerke West 2 und Ost 2, die beide über den Airportring führen und die Brücke Ost 3, die sich auf dem bestehenden Flughafengelände befindet. Die Rollbrücke West 1 ist in Rollbahnachse mehr als 90 Meter lang und bis zu 117 Meter breit. Die Rollbrücke Ost 1, ist – ebenfalls in Rollbahnachse – mehr als 200 Meter lang und bis zu 220 Meter breit.
  • Die Okrifteler Straße führt unter der Landebahn Nordwest hindurch und verbindet die Gemeinden Walldorf und Kelsterbach. Der Tunnel ist knapp 577 Meter lang und 18 Meter breit. Es wurden rund 1,6 Kilometer der Okrifteler Straße neu gebaut – inklusive Rad- und Fußweg.
  • Auf der neuen Landebahn, wie auch auf den bestehenden Bahnen ist Allwetterflugbetrieb möglich, so dass Anflüge nach der ILS-Katergorie IIIb durchgeführt werden können.
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Chronologie

  • Im Herbst 1997 forderte der damalige Vorstandsvorsitzende der Lufthansa AG, Dr. Jürgen Weber, den Ausbau des Frankfurter Flughafens, da FRA in absehbarer Zeit an die Grenzen seiner Kapazität stoßen würde. Dr. Wihelm Bender, der damalige Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, unterstützte diese Position: Ein Ausbau sei richtig und notwendig. Er könne jedoch nur im Konsens mit der Mehrheit der Bevölkerung der Region Rhein-Main durchgeführt werden. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die Initiative der Hessischen Landesregierung zu einer ergebnisoffenen Mediation. Nachdem sich die Mediationsgruppe für einen Ausbau unter bestimmten Auflagen ausgesprochen hatte, wurde das behördliche Genehmigungsverfahren eröffnet. Seine erste Phase, das sogenannte Raumordnungsverfahren (ROV), wurde im Juni 2002 abgeschlossen. Die zweite und entscheidende Phase, das Planfeststellungsverfahren (PFV), begann im Herbst 2003.
  • Das Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens war der Planfeststellungsbeschluss. Dieser stellte die rechtsverbindliche Zulassungsentscheidung für den Ausbau des Flughafens dar. Mit ihm wurden alle öffentlich-rechtlichen Beziehungen zwischen dem Träger des Vorhabens und den durch das Vorhaben Betroffenen rechtsgestaltend geregelt. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 18. Dezember 2007 durch das zuständige Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung erteilt.
  • Aus Respekt vor den unabhängigen Gerichten und im Sinne der fairen Auseinandersetzung wurde auf einen Sofortvollzug verzichtet. Am 15. Januar 2009 lehnte der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH) sämtliche Eilanträge ab.
  • Am 12. Januar erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt die Besitzeinweisung für Teilstücke des Kelsterbacher Waldes.
  • Am 20. Januar 2009 begannen die Arbeiten für den Bau der neuen Landebahn. Sie wurde am 21. Oktober 2011 in Betrieb genommen.
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Ersatzmaßnahmen

Für den Ausbau wurden insgesamt 282 Hektar Wald gerodet – als Ausgleich dafür leisten wir Ersatzaufforstungen von 288 Hektar. Bei allen Neupflanzungen wird besonders auf den Erhalt der Artenvielfalt und die Schaffung eines Erholungswertes für die Bevölkerung geachtet. Die 288 Hektar Ersatzaufforstung verteilen sich insgesamt auf 13 Teilflächen in der Region. Über 160 Millionen Euro investieren wir für die Aufforstung und weitere naturschutzrechtliche Maßnahmen.

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