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7. Wie erfolgen Abflüge? *)
Abflüge erfolgen auf sog. Instrumentenabflugstrecken, die in alleiniger Zuständigkeit der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH liegen, unter beratender Einbeziehung der Frankfurter Kommission zur Abwehr des Fluglärms (Fluglärmkommission) konstruiert und veröffentlicht werden.
Wesentlich sind hierbei folgende Vorgaben in der Rangfolge ihrer Bedeutung:
- Sicherheit
- Praktische Anwendbarkeit durch Piloten
- Lärmminimierung
Alle drei Vorgaben sind miteinander verknüpft.
Die jeweils zu befliegende Abflugstrecke wird den Piloten vor dem Abflug vom Fluglotsen in Form eines Codewortes mitgeteilt. Die möglichst genaue Einhaltung der im Luftfahrthandbuch Deutschland veröffentlichten Einzelheiten liegt in der Verantwortung der Piloten.
Um die Fluglärmbelastung für den überwiegenden Bevölkerungsanteil zu vermindern, hat sich die Fluglärmkommission bislang stets für eine Bündelung des Luftverkehrs auf sog. Lärmminderungsstrecken (engl. "Minimum Noise Routes") ausgesprochen. Die Sollkurse dieser Strecken werden auch als Ideallinien bezeichnet.
Das Ziel, möglichst nur dünn oder nicht besiedeltes Gebiet zu überfliegen, kann aufgrund der Sicherheits- und Anwendbarkeitszwänge in einem Ballungsraum allerdings nur bedingt umgesetzt werden. Die Fluglärmkommission war und ist sich dieser Tatsache bewusst.
In den Flugroutenkarten getrennt nach Betriebsrichtung 25 und 07 werden die sogenannten Idealrouten dargestellt. Aufgrund der technischen Grenze der Navigationsgenauigkeit finden die Flugbewegungen i.d.R. innerhalb eines engen Korridors um diese Idealrouten statt.
Fliegen die Flugzeuge genau auf den Strecken, die in der Routenkarte abgebildet sind?
Toleranzgebiet = Korridor = Flugerwartungsgebiet
Im Medium Luft ist keine schienenartige Genauigkeit darstellbar. Technische Toleranzen, flugzeugtypische Unterschiede und meteorologische Einflüsse können zu hinzunehmenden Abweichungen von den Sollkursen führen. Deshalb sind die Sollkurse von Toleranzgebieten bzw. Korridoren unterschiedlicher Breite umgeben, die gemäß international geltenden Richtlinien der ICAO (= Internationale Zivilluftfahrtorganisation, Unterorganisation der Vereinten Nationen) berechnet wurden. Die Korridore sind somit keine "Frankfurter Spezialität".
Die Korridorbreite richtet sich nach einer Vielzahl von Kriterien, wie z. B. Vorhandensein bzw. Qualität einer Bodennavigationshilfe (Funkfeuer), Größe des Richtungswechsels, Entfernung des Richtungswechsels vom Flughafen, Flugzeugtypen, Modernität der bordseitigen Instrumente sowie der durchschnittlichen Reaktionszeit der Piloten. Piloten, die ihr Flugzeug innerhalb des jeweiligen Korridors führen, handeln deshalb vorschriftsmäßig.
Freigaben zum Verlassen des Sollkurses bzw. Korridors
Die DFS kann Piloten grundsätzlich Freigaben zum Verlassen des Sollkurses bzw. Korridors auf Anfrage erteilen bzw. zuweisen, sofern eine Mindestflughöhe von mindestens 6000 Fuß NN (7-22 Uhr), 8000 Fuß NN (22-23 Uhr und 6-7 Uhr) bzw. 10000 Fuß NN (23-6 Uhr) erreicht wurde (1 Fuß = 0,3048m; NN = Normalnull, Bezug auf Meereshöhe).
Aus Sicherheitsgründen, wie z. B. Abstandswahrung zu anderem Luftverkehr oder Notwendigkeit zum Umfliegen von Gewitterwolken, können die o. g. Mindesthöhen zum Verlassen des Korridors unterschritten werden. Bei nachweislich unbegründetem Verlassen des Korridors erwartet den verantwortlichen Flugzeugführer grundsätzlich ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, dessen Einleitung die DFS bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), beantragt. Für Propellerflugzeuge gelten grundsätzlich andere Regeln.
Die Nutzungsintensität einzelner Abflugstrecken ist u. a. von den eingesetzten Flugzeugtypen und den Flugzielen abhängig. Maßgeblich wird die Routenbelegung der An- und Abflugstrecken jedoch durch die Betriebsrichtungsverteilung beeinflusst. Die monatlichen Belegungen der Abflugrouten am Frankfurter Flughafen erhalten Sie hier.
Die betriebsrichtungsabhängige Luftverkehrssituation an Ihrem Wohnort können Sie anhand der schematisch dargestellten An- und Abflugrouten in den zwei Karten getrennt nach Betriebsrichtung 25 bzw. 07 erkennen.
Als weitere hilfreiche Information über das Flugverkehrsgeschehen im Umfeld des Frankfurter Flughafens empfehlen wir die Flugverlaufsdarstellungen, die von der DFS sowie vom Umwelthaus bereitgestellt werden

