Beschreibung der An- und Abflugstrecken am Flughafen Frankfurt

1.    Das Start- und Landebahnsystem des Frankfurter Flughafens

2.    Generelles über Anflugrouten

3.    Beschreibung von Abflugstrecken bei Ostbetrieb

4.    Beschreibung von Abflugstrecken bei Westbetrieb

 

 

1.     Start- und Landebahnsystem des Frankfurter Flughafens

Das Start- und Landebahnsystem des Frankfurter Flughafens umfasst vier Bahnen, von denen drei parallel zueinander ausgerichtet sind. Während die nördliche Bahn eine reine Landebahn ist, dürfen die südliche und die mittlere Parallelbahn sowohl für Starts wie auch für Landungen genutzt werden. Die vierte Bahn verläuft in Nord-Süd-Richtung. Diese als Startbahn 18 West bezeichnete Bahn darf ausschließlich für Starts und nur in Nord-Süd-Richtung genutzt werden.

Das Betriebskonzept für das Vier-Bahnen-System des Flughafens Frankfurt Main sieht vor, dass im Regelbetrieb die beiden äußeren Parallelbahnen für Landungen und die zentral gelegene Parallelbahn sowie die Startbahn 18 West für Starts genutzt werden.

Die Bezeichnung der Start- und Landebahnen richtet sich nach deren Ausrichtung relativ zu den Himmelsrichtungen: Entsprechend der Gradeinteilung eines Kompasses wird jeder Bahnrichtung eine Zahl zugeordnet. Die Startbahn West wird durch die Zahl 18 gekennzeichnet, weil sie exakt in Richtung Süden, nach dem Kompass also in Richtung 180°, ausgerichtet ist. Die drei Parallelbahnen werden je nach der Richtung, in der sie betrieben werden, entweder durch die Zahl 07 für 70° oder durch die Zahl 25 für 250° gekennzeichnet. Unterschiedenen werden die Parallelbahnen entsprechend ihrer Lage zueinander in „L“ (Left/Links), „C“ (Center/Mitte) und „R“ (Right/Rechts). Bei West-Ost-Betrieb des Parallelbahnsystems werden diese Bahnen also von Nord nach Süd in 07L, 07C und 07R unterschieden, bei Ost-West-Betrieb von Nord nach Süd in 25R, 25C und 25L.

Weitere Informationen zum Start- und Landebahnsystem können Sie hier abrufen.

Eine umfassende  Übersicht zum Thema Betriebsrichtung erhalten Sie hier.

 

 

2.     Generelles über Anflugrouten

Wie auch in den Routenkarten erkennbar, werden  Anflüge, je nach Anflugrichtung, entweder direkt an die Anflugstrecken des Parallelbahnsystems oder zunächst parallel zu den Landebahnen am Flughafen vorbei geführt, als sogenannte „Gegenanflüge“. Aus der Gegenanflug-Verkehrsführung heraus erfolgt das Eindrehen auf die jeweils zugewiesene Anfluggrundlinie des Parallelbahnsystems. Der letzte Teil des Anfluges findet auf einer geraden Linie, dem sogenannten Endanflug (Final Approach), statt.

Da Anflüge von den Fluglotsen gemäß den Erfordernissen der jeweiligen Luftverkehrslage einzeln geführt werden, können manche Flugverläufe deutlich von den in den Karten dargestellten "Ideallinien" abweichen und auch außerhalb der dargestellten Eindrehbereiche und Anflugfächer stattfinden. Das heißt, dass die in den Karten schematisch dargestellten Anflugstrecken eine grundsätzliche Orientierung darstellen.

Ergänzende Informationen zu den Anflügen können Sie hier abrufen.

Nachtanflugrouten „Segmented Approach“

Die Nachtanflugrouten „Segmented Approach“ gehören zum 1. Maßnahmenpaket mit Vorschlägen zum aktiven Schallschutz für den Flughafen Frankfurt, welche im Rahmen des Expertengremiums Aktiver Schallschutz des Forum Flughafen und Region, FFR, erarbeitet wurden.

Die Segmented Approach-Flugführungen sehen ein südliches Umfliegen der im Endanflug befindlichen und besonders belasteten Siedlungsgebiete vor. Die Luftfahrzeuge schwenken erst bei ca. 5 nm (ca. 9,3 km) vor dem Aufsetzpunkt auf die Anfluggrundlinie in Richtung des Landekurses ein.

Getestet wurde das Anflugverfahren „Segmented Approach“ bis zum 29.10.2011  in den verkehrsschwachen Zeiten zwischen 23 Uhr und 5 Uhr.

Das Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat am 10.10.2011 die Erlaubnis ausgesetzt, in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr 17 planmäßig vorgesehene Flüge durchzuführen. D.h., beginnend mit dem Winterflugplan 2011-2012 am 30.10.2011, bis zur endgültigen Entscheidung über diese Nachtflugregelung am Frankfurter Flughafen durch das Bundesverwaltungsgericht, werden zwischen 23 Uhr und 5 Uhr keine planmäßige Flüge stattfinden.

Ob eine Anwendung des Segmented Approach in anderen Zeitbereichen möglich ist, bedarf weiterer Untersuchungen.

Weitere Informationen hierzu können Sie hier oder direkt auf der Internetseite des Forum Flughafen und Region unter  www.umwelthaus.org abrufen.

 

 

3.     Beschreibung von Abflugstrecken bei Ostbetrieb

07-N (kurz)

Tagabflugstrecke von den Startbahnen 07R/07C, die mit folgenden lärmmindernden Einschränkungen genutzt werden darf:  

  • Nutzung nur tagsüber zwischen 07:00 Uhr und 22:00 Uhr
  • Strecke ist für Großraumflugzeuge nicht freigegeben.

Typische Flugziele: Norddeutschland, Nordeuropa, Großbritannien, Irland.

 

07-N (lang)

Tag- und Nachtabflugstrecke von den Startbahnen 07R/07L für alle Flugzeugtypen.
Typische Flugziele: Europa, Asien, Fernost, Nordamerika.

 

07-O

Tag- und Nachtabflugstrecke von den Startbahnen 07R/07C für alle Flugzeugtypen.
Typische Flugziele: Ostdeutschland, Osteuropa, Asien, Fernost.

 

07-S (lang)

Tag- und Nachtabflugstrecke von Startbahnen 07R/07C für alle Flugzeugtypen.
Typische Flugziele: Süd- und Südosteuropa, Asien, Südostasien, im Bedarfsfall auch Westeuropa, Großbritannien, Nordamerika.

 

07-S (kurz)

Tagabflugstrecke von den Startbahnen 07R/07C, die mit folgenden lärmmindernden Einschränkungen genutzt werden darf: 

  • Nutzung nur tagsüber zwischen 07:00 Uhr und 22:00 Uhr
  • Strecke ist für Großraumflugzeuge nicht freigegeben.

Typische Flugziele: Süd- und Südwesteuropa, im Bedarfsfall auch Westeuropa, Großbritannien.

 

18 MTR – DROps Nachtabflugstrecke

Nachtabflugstrecke - Teil des lärmmindernden Abflugverfahrens „Dedicated Runway Operations“, abgekürzt DROps. DROps gehört zum 1. Maßnahmenpaket mit Vorschlägen zum aktiven Schallschutz für den Flughafen Frankfurt, welche im Rahmen des Expertengremiums Aktiver Schallschutz des, FFR, erarbeitet wurden. Das DROps-Verfahren und damit auch die Route 18 MTR – DROps Nachabflugstrecke wurde vom 13.01 bis zum 29.10.2011 in den verkehrsschwachen Zeiten zwischen 23 Uhr und 5 Uhr getestet.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat am 10.10.2011 die Erlaubnis ausgesetzt, in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr 17 planmäßige Flüge durchzuführen. D.h., beginnend mit dem Winterflugplan 2011-2012 am 30.10.2011, bis zur endgültigen Entscheidung über diese Nachtflugregelung für den Frankfurter Flughafen durch das Bundesverwaltungsgericht, werden zwischen 23 Uhr und 5 Uhr keine planmäßige Flüge stattfinden.

Ob eine Anwendung des DROps-Betriebsszenarios und damit die weitere Nutzung der 18 MTR – DROps Nachabflugstrecke in anderen Zeitbereichen möglich und sinnvoll ist, bedarf weiterer Untersuchungen.

Weitere Informationen hierzu können Sie hier oder direkt auf der Internetseite des Forum Flughafen und Region unter www.umwelthaus.org abrufen.

Typische Flugziele: Europa, Asien, Fernost, Nordamerika

 

KNG (kurz)

Tag- und Nachtabflugstrecke, die bei beiden Betriebsrichtungen maßgeblich von der  Startbahn 18 genutzt wird. Die Strecke wird bei Betriebsrichtung 25 in einem verhältnismäßig geringeren Maß auch vom Parallelbahnsystem aus beflogen.

KNG (kurz) ist für alle Flugzeugtypen freigegeben, die bei der Nutzung folgende lärmmindernde Einschränkung berücksichtigen:  

  • Die Besatzung muss vor dem Start prüfen, ob am Radial 201° des UKW-Drehfunkfeuers FFM (nahe dem Messpunkt 71) eine Flughöhe von mindestens 2.500 ft (762m) NN erreicht werden kann. Andernfalls ist die DFS zu informieren und eine Freigabe für die Abflugstrecke 18-KNG (lang) zu erwarten.

Typische Flugziele: Süd- Ost- und Südosteuropa, Asien, Südostasien.

 

KNG (lang)

Tag- und Nachtabflugstrecke für alle Flugzeugtypen, die bei beiden Betriebsrichtungen des Parallelbahnsystems von der Startbahn 18 genutzt wird.

Überwiegende Nutzung durch langsam steigendes Langstreckengerät, welches die Bedingung zum Befliegen von KNG (kurz) nicht erfüllt.

Typische Flugziele: Asien, Südostasien.

 

RID

Tag- und Nachtabflugstrecke, die insbesondere von der  Startbahn 18 aus genutzt wird. Die Strecke kann bei Betriebsrichtung 25 auch vom Parallelbahnsystem aus beflogen werden, diese Nutzung erfolgt aber nur in geringerem Umfang.  

Typische Flugziele: Südeuropa, Afrika, im Bedarfsfall Südamerika.

 

SOBRA (lang) – orangefarbener und grüner Streckenverlauf

Tag- und Nachtabflugstrecke von den Startbahnen 18 und 07 für alle Flugzeugtypen. Diese Flugstrecke wird nur bei Betriebsrichtung 07 des Parallelbahnsystems zugewiesen.

Typische Flugziele: Südwesteuropa, Kanarische Inseln, Mittel- und Südamerika.

 

SOBRA U - grüner Streckenverlauf

Tag- und Nachtabflugstrecke von der Startbahn 18 für alle Flugzeugtypen. Diese Flugstrecke wird bei beiden Betriebsrichtungen nur in sehr geringem Umfang und dann i.d.R. schweren Maschinen zugewiesen.

Typische Flugziele: Südwesteuropa, Kanarische Inseln, Mittel- und Südamerika.

 

 

4.     Beschreibung von Abflugstrecken bei Westbetrieb

KNG (kurz)

Tag- und Nachtabflugstrecke, die bei beiden Betriebsrichtungen maßgeblich von der Startbahn 18 genutzt wird. Die Strecke wird bei Betriebsrichtung 25 in einem verhältnismäßig geringeren Maß auch vom Parallelbahnsystem aus beflogen. KNG ist für alle Flugzeugtypen freigegeben, die bei der Nutzung folgende lärmmindernde Einschränkung berücksichtigen:

  • Die Besatzung muss vor dem Start prüfen, ob am Radial 201° des UKW-Drehfunkfeuers FFM (nahe dem Messpunkt 71) eine Flughöhe von mindestens 2.500 ft (762m) NN erreicht werden kann. Andernfalls ist die DFS zu informieren und eine Freigabe für die Abflugstrecke 18-KNG (lang) zu erwarten.

Typische Flugziele: Süd- Ost- und Südosteuropa, Asien, Südostasien.

 

KNG (lang)

Tag- und Nachtabflugstrecke für alle Flugzeugtypen, die bei beiden Betriebsrichtungen des Parallelbahnsystems von der Startbahn 18 genutzt wird.
Überwiegende Nutzung durch langsam steigendes Langstreckengerät, welches die Bedingung zum Befliegen von KNG (kurz) nicht erfüllt.

Typische Flugziele: Asien, Südostasien


RID

Tag- und Nachtabflugstrecke, die insbesondere von der Startbahn 18 aus genutzt wird. Die Strecke kann bei Betriebsrichtung 25auch vom Parallelbahnsystem aus beflogen werden, diese Nutzung erfolgt aber nur in geringerem Umfang.

Typische Flugziele: Südeuropa, Afrika, im Bedarfsfall Südamerika.

 

SOBRA (kurz) – orangefarbener und grüner Streckenverlauf

Tag- und Nachtabflugstrecke von den Startbahnen 18 und 25 für alle Flugzeugtypen. Diese Flugstrecke wird nur bei Betriebsrichtung 25 des Parallelbahnsystems zugewiesen.

 

SOBRA (Nacht) – dunkelbrauner Streckenverlauf

Nachtabflugstrecke von den Startbahnen 25C/25L, die, auf Empfehlung der Kommission zur Abwehr von Fluglärm, zu lärmmindernden Zwecken eingeführt wurde.

Schwere 3- und 4-motorige Maschinen, die in der Zeit von 22:00 bis 07:00 Uhr bei Betriebsrichtung 25 von den Startbahnen 25C/25L in Richtung SOBRA fliegen, müssen anstelle der orangefarbenen SOBRA-Strecke der als braune Linie dargestellten Nachtstrecke folgen (verläuft bei Nauheim weiter östlich).

Typische Flugziele: Südwesteuropa, Kanarische Inseln, Mittel- und Südamerika.

 

SOBRA U - grüner Streckenverlauf

Tag- und Nachtabflugstrecke von der Startbahn 18 für alle Flugzeugtypen. Diese Flugstrecke wird bei beiden Betriebsrichtungen nur in sehr geringem Umfang und dann i.d.R. schweren Maschinen zugewiesen.

Typische Flugziele: Südwesteuropa, Kanarische Inseln, Mittel- und Südamerika.

 

Abflugrouten zu den Wegpunkten MASIR und TABUM

Wegen des sogenannten Fehlanflugverfahrens auf die Landebahn Nordwest („Durchstarten“) sind die direkten, nördlich des Mains verlaufenden  Abflugstrecken vom Parallelbahnsystem zu den Wegpunkten MASIR und TABUM nur noch eingeschränkt nutzbar. Als Ausgleich hierfür wurden von der DFS zusätzliche, zunächst nach Süden drehende Abflugstrecken zu diesen Wegpunkten konstruiert. Zu jedem dieser Wegpunkte gibt es vorläufig zwei neue Streckenführungen. In der Karte sind die ab Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest genutzten Verläufe dieser „Südumfliegungsstrecken“ gelb hinterlegt dargestellt.

 

Die südlichen Streckenvarianten (Kennung „M“) führen im Gegensatz zu den nördlichen (Kennung „K“) im näheren Umfeld des Flughafens nicht direkt über Wohnsiedlungsgebiete hinweg und stellen daher jeweils die lärmärmeren Standardstrecken dar.

Die „K“-Strecken wurden zusätzlich definiert, da die Nutzung der „M“-Strecken zunächst noch nicht uneingeschränkt möglich ist: durch den geringen Abstand zu den von der Startbahn18 nach Süden führenden Routen kann es zu Konflikten mit den Abflügen von dieser Startbahn kommen. Um solche

Konflikte auszuschließen müssen, wenn zeitgleich ein Abflug von der Startbahn 18 erfolgt, nach Einzelzuweisung durch die DFS die „K“-Strecken genutzt werden.

 

Die DFS wird südwestlich des Flughafens im Abflugbereich der Südumfliegungsrouten ein Funkfeuer errichten, das ein präziseres Fliegen ermöglicht. Sobald dieses Funkfeuer in Betrieb ist, werden die lärmungünstigeren „K“-Strecken nicht mehr beflogen, da dann durch die höhere Navigationsgenauigkeit auf den „M“-Strecken kein Konflikt mehr zu den Startbahn-West-Abflügen besteht. 

Typische Flugziele: Großbritannien, Irland, Nordamerika, teilweise Mittelamerika.

 

Weitere Tag- und Nacht-Abflugrouten zum Wegpunkt MASIR

MASIR (kurz)

Tag- und Nachtabflugstrecke von der Startbahn 18 für alle Flugzeugtypen. Diese Flugstrecke wird nur bei Betriebsrichtung 25 des Parallelbahnsystems zugewiesen.

Typische Flugziele: Westeuropa, Nordamerika.

 

MASIR (lang)

Tag- und Nachtabflugstrecke von der Startbahn 18 für alle Flugzeugtypen. Diese Flugstrecke wird nur bei Betriebsrichtung 25 des Parallelbahnsystems zugewiesen. 

Typische Flugziele: Westeuropa, Nordamerika.

 

MASIR (Nacht) – dunkelbrauner Streckenverlauf

Nachtabflugstrecke von den Startbahnen 25C/25L, die, auf Empfehlung der Kommission zur Abwehr von Fluglärm, zu lärmmindernden Zwecken eingeführt wurde.

Schwere 3- und 4-motorige Maschinen, die in der Zeit von 22:00 bis 07:00 Uhr bei Betriebsrichtung 25 von den Startbahnen 25C/25L in Richtung Westen fliegen, müssen, anstelle der orangenen MASIR-Strecken, der MASIR (Nacht) folgen.

Typische Flugziele: Großbritannien, Irland, Nordamerika.

 

Nachtabflugroute zum Wegpunkt TABUM

TABUM (Nacht)- dunkelbrauner Streckenverlauf

Nachtabflugstrecke von den Startbahnen25C/25L, die, auf Empfehlung der Kommission zur Abwehr von Fluglärm, zu lärmmindernden Zwecken eingeführt wurde.

Schwere 3- und 4-motorige Maschinen, die in der Zeit von 22:00 bis 07:00 Uhr bei Betriebsrichtung 25 von den Startbahnen 25C/25L in Richtung TABUM fliegen, müssen anstelle der orangenen Strecken der als braune Linie dargestellten Strecke TABUM (Nacht) folgen.

Typische Flugziele: Asien, Fernost, teilweise Nordamerika.


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